U-Bahngedanken

Jedes Mal wenn ich einige Zeit -es genügen schon Minuten- in einer U-Bahnstation verbringe, komme ich zu dem Schluss, dass in dieser Stadt und auch in diesem Land irgendwas schief läuft. Kaum sitze ich auf der Wartebank und versuche, mich in meine Lektüre zu vertiefen, kommt schon ein älterer Mensch, oft mit riesiger Tasche oder Handwägelchen ausgestattet, und durchwühlt die Abfalleimer, auf der Suche nach Pfandflaschen oder anderen verwertbaren Gegenständen.

Ich habe nicht den Eindruck, dass es sich dabei um Obdachlose handelt, es sind einfach Menschen, deren Rente nicht zum Leben reicht und die deshalb in dem Gemisch aus leeren To Go-Bechern, ausgelaufenen Kafferesten und halbgegessenen Semmeln rumwühlen müssen, um Pfandflaschen im Gegenwert von 9 oder 25 Cent zu finden.

Traurig, vor allem für eine Stadt, die sich mal „Weltstadt mit Herz“ nannte. Was tun? Sollte man den Leuten nen Euro in die Hand drücken – oder lieber ne Anleitung zum Containern?

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