Herbstfreuden Teil 1

Der Herbst – und besonders die drohende Zeitumstellung – birgt für mich leider hohes Depressionspotenzial. Deshalb versuche ich jetzt, die tollen Herbstdinge zu sammeln. Heute: die Salzgrotte. Für diejenigen, die noch nie was davon gehört haben, eine Salzgrotte ist ein Raum, der ganz mit diesen Himalaya-Salzsteinen ausgekleidet ist, also ein bisschen so, als würde man seine Wand mit hunderten von Salzlampen pflastern. Am Boden liegt feines weißes Meersalz, deshalb sind weiße Socken Pflicht. Die Decke ist mit kleinen Lämpchen übersät, die eine nette Sternenhimmellightshow liefern. Dann gibts noch einen Brunnen, aus dem Salzwassser plätschert.

Salzgrotten gibts relativ viele, jedenfalls in München. Anrufen, Termin vereinbaren, Socken einpacken, hinfahren und schon kanns losgehen.

In meiner Stammsalzgrotte wird man nach Anziehen der schon erwähnten weißen Socken vom Inhaber in die Grotte geführt, der dann wortreich die vielen gesundheitlichen Vorzüge des Salzes erklärt und sich dabei nach jedem dritten Satz für sein schlechtes Deutsch entschuldigt. Nach Auswählen des Liegesessels – ich geh immer unter der Woche, da ist recht wenig los – erfolgt das Zudecken. In kuschlige Decken gehüllt kann die Sitzung beginnen: Das Licht wird gedimmt, die Sternenhimmellämpchen gehen an, es ertönt leise Entspannungsmusik. Ich nehm mir immer vor, durch Atemübungen besonders tief und toll zu atmen, aber meist verfalle ich irgendwann in einen angenehmen Halbschlaf.

Bei leichtem Kratzem im Hals oder einer beginnenden Erkältung gibts nichts Besseres. Das erste Mal war ich in einer Salzgrotte, als ich eine total hartnäckige Bronchitis hattte. Einige Tage später gings mir schon wesentlich besser. Seitdem ist der Salzgrottenbesuch mein regelmäßiges Herbst-/Winter-Wellnessritual. Auch heute fühlte ich mich danach wunderbar entspannt und erholt. Kosten tut der Spaß 12 Euro, nicht wirklich teuer für so viel Entspannung. Wenn ich frustriert in der Stadt rumlaufe und mir irgendeinen billigen Scheiß kaufe, und dann noch frustiert bin, weil mir das tolle Kleid zu eng war, ist es im Endeffekt besser, eine Stunde bequem im Sessel zu schlummern und dabei noch was für die Gesundheit zu tun.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s