Seife ist uncool – oder doch nicht?

In meiner Kindheit gab es kein Duschgel. Also nicht dass das Produkt als solches nicht existiert hätte, aber im Haushalt meiner Eltern gab es sowas nicht. In der Grundschule hatte ich Schwimmunterricht und zum Duschen nahm ich Seife in einer Seifendose mit. Irgendwann kaufte meine Mutter dann das zum Mitnehmen viel praktischere und coolere Duschgel. Fortan benutzte ich immer Duschgel, Seife war so uncooles Zeug, was am Waschbeckenrand lag und immer wegglitschte.

In meinem eigenen Haushalt bin ich dann auf Flüssigseife umgestiegen. Ist ja auch praktisch: am Waschbeckenrand steht ein Spender, mit dem schön dosiert werden kann. Shampoos, Duschgel und Gesichtsreinigungszeug füllen den restlichen Platz in meinem winzigen Bad aus. Jedes dieser Fläschen ist regelmäßig leer und muss nachgekauft werden. Die leere Flasche wandert dann in den Müll.

Aber ist das wirklich nötig? Vor einiger Zeit kaufte ich mir aus reiner Neugier ein Shampooseifenstück. Schäumt super, ist angenehm zum Anwenden und scheint auch sehr gut für meine empfindliche Kopfhaut zu sein. Die Verpackung besteht aus einer kleinen Pappschachtel, es gibt keine Plastikverpackung und auch keinen Shampoorest, der in der Flasche verbleibt und weggeworfen wird.

Dann las ich einen Artikel über die wunderbare Wirkung von Alepposeife. Und ich hatte einen Vorsatz: wenn meine Plastikflaschen leer sind, kaufe ich mir ein Stück dieser Seife und teste, wie ich damit zurechtkomme. Eine Seife für Haut und Haare: ob das gutgeht? Kann ich dem Drang wiederstehen, Limited Editions von Duschgelen in jahreszeitlich abgestimmten Duftnoten zu kaufen? Und was ist mit Spezialshampoos aus dem Bioladen? Ich werde es versuchen.

Genau wie der Vorsatz, so gut wie keine Milchprodukte, Süßigkeiten und Fertiggerichte zu kaufen, könnte das sehr befreiend sein: Nach der Obst- und Gemüseabteilung kann ich weite Teile des Supermarktes zügig durchqueren im Bewusstsein, dass ich die dort angebotenen Produkte alle nicht brauche. Überhaupt ist es ein sehr gutes Gefühl, im Grunde doch recht wenig zu brauchen.

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